Am 01.11. zeigten wir zum Ratschlag-Auftakt in Weimar den Film “Liza ruft!”. Er ist ein Porträt der jüdischen Widerstandskämpferin Fania Brantsovsky, die aus dem Vilnaer Ghetto fliehen konnte und sich mit einigen anderen Juden und Jüdinnen den sowjetischen Partisanen in den Wäldern vor der Stadt im Kampf gegen die deutsche Besatzung anschloss. Die Erinnerung an den jüdischen Widerstand war seither mit verschiedenen revisionistischen Erzählungen konfrontiert. Am 22. September 2024 starb Fania im Alter von 102 Jahren als die letzte Überlebende des Vilnaer Ghettos. Den Kampf für die Erinnerung an Juden und Jüdinnen des Ghettos und diejenigen die in den Wäldern kämpften, aber auch starben, führte sie bis an ihr Lebensende. Ein Nachruf.
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Redebeitrag: Willkommen in Thüringen

Ehemaliger Thüringer Verfassungsschutzchef, Helmut Roewer mit Pickelhaube, zeigt das es hier nichts zu sehen gibt.
Im Rahmen der “Nächste Ecke Links”-Einführungstage hat die Gruppe Radeln gegen Rechts Erfurt eine antifaschistische Fahrrad-Demonstration durch Erfurt gegen rechte Raumnahme organisiert. Auf der Demonstration hielten wir einen Redebeitrag über die Kontinuitäten rechtsterroristische Strukturen in Thüringen und Erfurt. Wir dokumentieren den Redebeitrag.
ABGESAGT: Veranstaltung zu rassistischen und völkischen Mobilisierung in Ostdeutschland
Mit Beginn des neuen Semster gibt es auch in diesem Jahr eine Ausgabe der ‘Nächste Ecke Link – Alternativen Einführungstage’.
UPDATE: Leider musste der Referent kurzfristig absagen. Wir hoffen das wir bald einen Nachholtermin für die Veranstaltung bekanntgeben können.
Am Freitag, 25. Oktober 2024 um 19 Uhr, laden wir zur Veranstaltung „It’s not a joke.“ Informationsveranstaltung zur rassistischen und völkischen Mobilisierung im Osten Deutschlands, mit dem freien Journalisten Ralf Fischer ein. Die Veranstaltung findet im Veto (Magdeburger Allee 180) statt. Wir dokumentieren folgend den Ankündigungstext.
Redebeitrag auf der Gedenkkundgebung zum 7. Oktober
Anlässlich des Jahrestag des Angriffs der islamistischen Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel fanden in Erfurt zwei Gedenkkundgebungen statt. Auf der antifaschistischen Kundgebung am Angerdreieck, an welcher rund 80 Personen teilnahmen, hielten wir einen Redebeitrag zu aktuellen Strukturen und antisemitischen Vorfällen in Erfurt. Außerdem möchten wir noch den Redebeitrag der Falken Erfurt empfehlen, welcher auf deren Website dokumentiert ist.
Gedenkkundgebung(en) am 7. Oktober und Solidarität mit Israel
Am 7. Oktober 2023 ereignete sich mit dem Angriff der islamistischen Hamas auf Israel das größte antisemitische Massaker seit der Shoah. Anlässlich des Jahrestags des Angriffs und den seit über einen Jahr zunehmenden antisemitischen Mobilisierungen wird es eine antifaschistische Kundgebung im Gedenken an die Opfer und in Solidarität mit Israel geben. Diese startet am 7. Oktober um 18:30 Uhr am Angerdreieck. Im Anschluss an die Kundgebung findet im Naturfreundehaus Charlotte Eisenblätter um 20 Uhr die Filmvorführung “Screams before Silence” statt. Wir dokumentieren den Aufruf zur Antifa-Kundgebung sowie den Aufruf des JUFO Jena, welches bereits um 17:00 Uhr am Fischmarkt eine Kundgebung organisiert.
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Wahlwochenende in Erfurt
Die Landtagswahl steht an, bei der sich das aktuelle autoritäre und faschistische Potenzial in Thüringen bei konstanten 30 % für die AfD manifestieren wird. Für das Wochenende plant die AfD ihren Wahlkampfabschluss in Erfurt auf dem Domplatz, dagegen gibt es mehrere Veranstaltungen und Mobilisierungen. Bundesweit mobilisiert ein antifaschistisches Bündnis „Zeit zu handeln“ nach Erfurt. Im folgenden wollen wir einige Text- und Debattenhinweise dokumentieren, die sich mit dem aktuellem Mobilisierungsgeschehen und den Wahlen auseinandersetzen.
„Marsch für das Leben“ und Gegenproteste beim Katholikentag
Im Rahmen des Katholikentags in Erfurt 2024 organisierten Abtreibungsgegner:innen, christliche Fundamentalisten und christliche Rechte einen sogenannten „Marsch für das Leben“. Spontan bildete sich Gegenprotest, welcher die Demonstration immer wieder begleitete.
1. Mai: Redebeitrag in Gera und Sondershausen
Am diesjährigen 1. Mai demonstrierten in Gera über 750 Antifaschist:innen unter dem Motto “Kämpfe verbinden – Kapitalismus überwinden!”, während zeitgleich knapp 200 Menschen in Sondershausen gegen eine Kundgebung von Neonazis, Querdenkern, Werte Union und Reichsbürgern unter dem Banner “Freies Thüringen” demonstrierten. Auf beiden Veranstaltungen hielten wir einen Redebeitrag, der eine unversönliche Kritik an der Gesellschaft und den herrschenden Produktionsverhältnissen in den Fokus rückte. Wir dokumentieren den Redebeitrag.
Solidarität muss praktisch werden – antirassistischer Mahngang in Gera
Vor der neuen Außenstelle der Erstaufnahme für Geflüchtete in Gera campieren seit Mittwoch, den 6. März, Neonazis rund um Christian Klar und “Freies Thüringen”. Gegen die rassistische Mobilisierung und die systematische Ausgrenzung hinter den Sammelunterkünften für Geflüchtete sowie die rassistischen Zustände, organisiert die Aktion Antifa Gera einen antirassistischen Mahngang am Samstag, 9. März um 14 Uhr ab Südbahnhof Gera. Wir unterstützen und dokumentieren den Aufruf der Antifaschist:innen aus Gera.
Redebeitrag: Antifa heißt… begreifen! – Antifa-Demo in Weimar
Am 2. März fand in Weimar eine antifaschistische Demonstration unter dem Motto “Rechte Strukturen offenlegen – Faschismus von der Straße fegen” mit mehr als 300 Teilnehmenden statt. Anlässlich der Demonstration hielten wir einen Redebeitrag, warum Antifa nicht bei reiner Symptombekämpfung stehen bleiben kann und sich einer unversöhnlichen Kritik der Gesellschaft annehmen muss. Folgend wird der Redebeitrag dokumentiert.
Weimar und Ilmenau: Versuche der Einflussnahme durch „Kulturbrücke Palästina“ und ihrer Ableger
Sowohl an der Bauhaus Universität in Weimar, als auch bei Anti-AfD Protesten in Ilmenau, versuchen sich vermeintlich unterschiedliche Gruppen in Einflussnahme auf die Universität sowie auf ein lokales Bündnis gegen Rechts. In beiden Fällen zeigt sich, dass es den Initiatoren neben dem Leid der palästinensischen Zivilbevölkerung, auch um die Verbreitung der zum Teil antisemitischen Propagandapositionen und einer Dämonisierung des jüdischen Staates geht.
Interview für den Antifa Kalender
Der diesjährie Antifa-Kalender hat aufgrund des Antifa-Ost Verfahrens als vorläufiger Gipfel, wie vorraussichtlicher Startpunkt lange unbekannter Repression gegen Antifaschist:innen das Schwerpunktthema Antifa in Ostdeutschland. Mit Freude durften wir dieses Jahr einen Text beisteuern. Da in dem Interview auch etwas wie ein Selbstverständnis, wie auch mehr oder minder kluge analytische Versatzstücke auftauchen, welche wir für diskutierenswert halten, Kalender eine jährliche Halbwertszeit haben und wir es auch denen nicht vorenthalten wollen, die den falschen Kalender kaufen, wollen wir das Interview hier dokumentieren. Continue reading
Von toten und lebenden Juden

So hat sogar Young Struggle sie gern
Die am 09. November geheuchelte und bedeutungsschwanger betonte Läuterungserzählung, bei der man sich selbst um seinen kulturellen Verlust so beweint wie die erschlagenen Juden erscheinen wahnwitzig in einer Gesellschaft, welche Aiwangers “Flugblattaffäre” als sinnlosen weiteren Beweis seines triefenden Antisemitismus mit steigenden Umfragewerten belohnt. Dieses öffentliche Versöhnungstheater zu kritisieren ist etablierter Bestand linker Kritik. Um so mehr wie ebenjene Gesellschaft in rassistischer Manier, ihren eigenen Antisemitismus allein auf ‘die Anderen’ projiziert. Auf die, die man nicht dazugehören lässt. Die Dominanzgesellschaft, wie auch weiteste Teile der Linken sind sich dennoch in einem einig: Antisemiten, das sind immer nur die anderen. Sei es bei den jährlichen Gedenkprozederen am 9. November, bei dem man an die ermordeten Juden in Europa erinnert, oder beim Urteil über die noch lebenden, im jüdischen Staat. Anstelle einer notwendigen Solidarität klüngelt man in der Linken (lokal wie global) folgerichtig mit dem neuentdeckten revolutionären Subjekt, statt sich einzugestehen, dass weniger Hass auf die Verhältnisse als Antisemitismus und Islamismus handlungsleitend sind.
Reihe Besser als Vergessen: Zur Instrumentalisierung von Geschichte/Vergangenheit

Vortrag: Staatskritik und Klimakatastrophe
Spätestens nach der Räumung von Lützerath müsste es den meisten doch etwas eigenartig vorkommen, dass die vergangene Bundestagswahl vielfach zur “Klimawahl” stilisiert wurde. Statt den Grünen nun aber einfach nur Verrat vorzuwerfen, weil die Räumung massgeblich auf sie zurückging: das Problem ist weder Robert Habecks moralische Verkommenheit¹, es liegt auch nicht einfach an den Grünen, welche mit allerlei Krokodilstränen stets das neueste Greuel legitimieren. Ursächlich ist vielmehr die Logik von Parteipolitik und Parlamentarismus an sich. Über diesen Zusammenhang zwischen Staat, Kapitalismus und Klimakatastrophe soll es am 21.10 bei einem Vortrag mit den Genoss:innen der Redical M gehen.