
Als im April der 81. Jahrestag der Befreiung des KZ-Buchenwald mit dem jährlichen Gedenken auf den Appellplatz stattfand, ging diesem eine Kampagne der antisemitischen “Kufiyas in Buchenwald” voraus. Das großes Spektakel am Tag selbst blieb aus, da die Gruppe ihre angekündigten Veranstaltungen zurückzog, der mediale Gewinn war ihnen vorher schon sicher und die Gedenkstätte lenkte ein. Der Vortrag “Buchenwald im Kreuzfeuer. Über die Entwicklung in deutschen Gedenkstätten” nimmt die Causa Buchenwald zum Anlass sich mit deutscher Erinnerungspolitik auseinanderzusetzen, die Entwicklungen in den Gedenkstätten aufzuzeigen und die Hintergründe sowohl des Kufiya-Verbots als auch seiner Kritik zu beleuchten. Der Vortrag findet am 18. September um 19:30 Uhr im Veto statt. Wir dokumentieren den Ankündigungstext.
18.09.2026, Erfurt – Vortrag „Buchenwald im Kreuzfeuer. Über die Entwicklungen in deutschen Gedenkstätten“
Am Wochenende 11./12. April wollten zum 81. Jahrestag der Befreiung des damaligen Konzentrationslagers Buchenwald in Weimar linke Antisemiten unter dem Kampagnenmotto „Kufiyas in Buchenwald“ ein Gedenkwochenende veranstalten und am Sonntag demonstrieren. Der große Showdown blieb aus, da die Organisatoren kurzfristig alle Veranstaltungen absagten. Dennoch war die mediale Rezeption so groß, dass die Kampagne auch ohne ihr Gedenkwochenende das Ganze als großen Erfolg verbuchen konnte, zumal man die Gedenkstättenleitung zu weiteren Eingeständnissen nötigte (bspw. Nationalfahnenverbot am Tag der Befreiung von Buchenwald). Das Interesse daran blieb in der (radikalen) Linken überschaubar. Dabei reiht sich dieser in eine vermehrte Anzahl von Angriffen auf das Gedenken sowie Gedenkstätten ein, wie eine Handreichung der RIAS unterstreicht.
Dass die Angriffe immer häufiger von links kommen – quasi als postkoloniale Variante des „Vogelschiesses“ –, lässt sich auch in der Causa Buchenwald beobachten. Die Vorgeschichte reicht bis ins vergangene Jahr und ist in der Öffentlichkeit spätestens seit dem August 2025 mit der Klage einer Trägerin des Palituchs gegen die Gedenkstätte Buchenwald bekannt. Diese Klage und die Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ sind Anlass, sich mit der deutschen Erinnerungspolitik auseinanderzusetzen, die Entwicklungen in den Gedenkstätten aufzuzeigen und die Hintergründe sowohl des Kufiya-Verbots als auch seiner Kritik zu beleuchten.
Richard-Hellmut Stoenescu und Kevin Holfeld haben beide Neuere und Zeitgeschichte u.a. in Dresden und Potsdam studiert.
Eine Veranstaltung von Dissens Erfurt und der Pirnaer Autonomen Linken.
18.09.2026 | 19:30
veto | Magdeburger Allee 180 | 99086 Erfurt
